Schlaganfall ein Wettlauf gegen die Zeit !!
Schlaganfall
Entstanden durch:
Thrombose, Embolie oder Einblutung ins Gehirn
- Plötzlich auftretende, einseitige Bewegungsstörungen, Lähmungen, Kopfschmerz, Übelkeit
- Evtl. Bewusstseinsstörung / Bewusstlosigkeit
- Hängende Mundwinkel
- Hemiparese (Lähmung) einer Körperseite
- Sprachstörungen, Schluckstörungen
- Evtl. Krämpfe
- Puls bradykard (verlangsamt)
- Evtl. arrhythmisch (unregelmäßig)
- Blutdruck hyperton (erhöht) oder
- hypoton (erniedrigt)
....dann sofort Rettungswagen rufen,
bei Bewusstlosigkeit N o t a r z t rufen !!!
Schlaganfallpatienten
sind immer als medizinischer Notfall zu betrachten, auch wenn die
Symptome nur mild ausgeprägt sind.
Maßnahmen:
- Evtl. Blutzucker messen
- Atem-, Puls- und RR-Kontrolle
- Lagerung
- Freihalten der Atemwege
- Warmhalten
- Lagerung bei Bewusstlosigkeit: Stabile Seitenlage
- Lagerung bei Hypotonie: Rückenlage
- Lagerung bei Bluthochdruck: Oberkörper erhöht
Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (Auszug aus der Leitlinie „Ischämischer Schlaganfall: Akuttherapie“):
.....Auch Patienten mit Schlaganfallverdacht (TIA) sollten ohne Verzögerung in ein Zentrum transportiert werden, das eine Stroke unit aufweist.
...Der Schlaganfall ist wie der Herzinfarkt oder die Lungenembolie als medizinischer Notfall zu behandeln. ...Die Mehrheit der Schlaganfallpatienten erhält keine adäquate Therapie, weil sie nicht rasch genug das Krankenhaus erreichen.
Beim Verdacht auf einen Schlaganfall jedes Schweregrades (auch TIA) soll der Rettungsdienst, bei schwerem Schlaganfall mit Bewusstseinsstörung der Notarzt gerufen werden.
Was ist ein Schlaganfall?
Beim Schlaganfall ist die Blutzufuhr zum Gehirn an einer Stelle blockiert, es entsteht eine Mangeldurchblutung, weil ein zum Gehirn fu¨hrendes Blutgefäß plötzlich verstopft ist oder es entsteht eine Blutung im Gehirn, durch den plötzlichen Riss eines Blutgefäßes.
In beiden Fällen erhalten die Nervenzellen im Gehirn zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe, wodurch sie bereits nach vier Minuten abzusterben beginnen. Deshalb kommt es im Ernstfall wirklich auf jede Minute an.
Risikofaktoren die zu einem Schlaganfall führen können:
gestaffelt nach Risiko:
- Bluthochdruck (34,6%)
- Abdominale Adipositas (26,5%)
- Bewegungsarmut (28,5%)
- Rauchen (18,9%)
- Ernährungsfehler (18,8%)
- Erhöhte Blutfettwerte
- Diabetes
- Übermäßiger Alkoholgenuss
- Anhaltender Stress
- Depression
Warnsignale, die unbedingt beachtet werden sollten:
- Plötzliche Asymmetrie des Gesichtes, z. B. ein herabhängender Mundwinkel,
- Lähmung eines Armes oder Beines.
- Ein pelziges, taubes Gefu¨hl in einem Arm, Bein oder einer ganzen Körperseite.
- Sprachstörungen wie Silbenverdrehungen, Sprachverlust oder Lallen aufgrund einer schweren Zunge sowie Probleme beim Verstehen von Sprache.
- Plötzlich einsetzende Sehschwäche, Doppelbilder, verschwommenes Sehen oder ein halbseitiger Ausfall des Gesichtsfeldes.
- Benommenheit, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen oder Koordinationsschwäche, die zu Stu¨rzen fu¨hren.
- Starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen
- Ebenso akut einsetzende zeitliche, örtliche oder persönliche Desorientiertheit.
Etwa 10 % der Schlaganfälle geht eine vorübergehende ischämische Attacke (TIA) voraus. Sie tritt auf, wenn ein Blutpfropf kurzfristig eine Arterie verstopft und die Blutzufuhr zu einer Gehirnregion kürzere oder längere Zeit unterbrochen wird.
Eine TIA kann einige Sekunden oder Minuten dauern, die Symptome gleichen denen eines echten Schlaganfalls (siehe oben). Die TIA geht voru¨ber, sobald das Gefäß wieder offen ist, sollte jedoch unbedingt behandelt werden. Denn eine TIA ist ein ernst zu nehmendes Warnsignal.
Patienten, die eine TIA hatten, erleiden zehnmal häufiger einen Schlaganfall als Menschen ohne derartige Attacken. Deshalb unbedingt einen Arzt aufsuchen und die Symptome schildern, damit Vorbeugungsmaßnahmen getroffen werden können.
Was tun bei einem akuten Schlaganfall?
Sofort Notarzt rufen (112). Je schneller der Betroffene behandelt wird, desto eher können Hirnschädigungen verhindert werden. Die Notfallerstversorgung sollte immer in einer „Stroke unit“ (Spezialstation für Schlaganfälle) geschehen.
Vorbeugung
- Besonders wichtig ist einegesunde, ausgewogene Ernährung und
- Vermeidung von Übergewicht (abdominale Adipositas)
- Nicht mehr rauchen
- Bluthochdruck vom Arzt behandeln lassen
- Blutfettwerte regelmäßig überprüfen
- Ausreichend bewegen
- Stress möglichst vermeiden
- Bei Diabetes und Herzrhythmusstörungen regelmäßige ärztliche Kontrolle
Nach einem Schlaganfall
- Vor der Rückkehr des Patienten aus der Klinik sollte die Wohnung vorbereitet werden. Dazu gehört:
- Kleinere Teppiche und Schwellen entfernen
- Handläufe anbringen
- Niedrige Lesesessel durch höhere mit gerader Sitzfläche ersetzen
- Geeignetes Senioren- oder Krankenbett anschaffen
- Toilettensitz erhöhen, eine Haltestange anbringen und die Toilettenpapierrolle in das Blickfeld hängen
- Evtl. Badewannen-Lifter installieren
- Für gute Beleuchtung in Badezimmer, Wohnzimmer und am Bett sorgen
- Evtl. eine Notrufanlage installieren
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Aktuelles:
Späte Lysetherapie erhöht Sterblichkeit
10.06.2010Menschen mit einem Schlaganfall haben die besten Chancen, wenn Sie
- innerhalb der ersten Stunde nach einem Schlaganfall in die Klinik gebracht werden,
- und wenn dann innerhalb von 30 Minuten per CT oder MRT eine Hirnblutung (die wichtigs Kontraindikation für eine Lysetherapie) ausgeschlossen werden kann.
Das Zeitfenster für die Lysetherapie beim Schlaganfall ist kurz. Es endet (einer Analyse im Lancet (2010; 375: 1695-703) ) zufolge nach etwa 270 Minuten (4,5 Stunden).
Danach muss sogar mit einem Anstieg der Sterblichkeit gerechnet werden, weil der Hirninfarkt bereits seine endgültige Größe erreicht hat. Ein zu später Therapiezeitpunkt kann deshalb mehr schaden als nutzen.
Hirnforscher schätzen, dass nach einem Verschluss in der Arteria cerebri media, (einer häufigen Ursache des Schlaganfalls) alle zehn Minuten 20 Millionen Neurone zugrunde gehen.
Dieses Massensterben in der Penumbra, der Umgebung der eigentlichen Ischämie, soll durch eine rechtzeitige Thrombolyse verhindert werden.
Auszug aus: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/41230Schlaganfall_Spaete_Lysetherapie_erhoeht_Sterblichkeit.htm
Aktuell
Nierenfunktionsstörung steigern auch das Schlaganfallrisiko...
...wie Bruce Ovbiagele von der Universität in Los Angeles in einer Meta-Analyse aus 33 Studien mit insgesamt 280.000 Teilnehmern zeigt (BMJ 2010; 341:c4249).
Ein Abfall der glomerulären Filtrationsrate (GFR) auf unter 60 ml/min/1,73 m2 war mit einem um 43 Prozent erhöhten Schlaganfallrisiko assoziiert.
Das Risiko steigt mit dem weiteren Abfall dosisabhängig an. Bei Menschen asiatischer Herkunft war das Risiko größer als in anderen Ethnien. Doch auch für Europa sollte eine leichte Nierenfunktionsstörung ein Warnsignal sein, dass die Modifizierung anderer Risikofaktoren wie Blutdruck, Lipidwerte und Rauchen intensiviert werden sollte, raten die Autoren beider Studien.
Zitat: rme/aerzteblatt.de 1. Oktober 2010
